Stress am Arbeitsplatz & Folgen

STRESS am ARBEITSPLATZ nimmt zuStress bei der Arbeit

Nordbayrische Nachrichten, Die. 17. März 2015 Ausgabe B1

Studien warnen vor den gravierenden Folgen immer weiter steigender Belastung!

Nürnberg: Immer mehr Beschäftigte leiden unter dem stetig steigenden Stress am Arbeitsplatz.

Eine neue Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung unterstreicht die Gefahren des Leistungsdrucks für die Gesundheit der Arbeitnehmer. Rund ein Viertel der Beschäftigten legt demnach ein zu hohes Arbeitstempo vor. Ein Drittel der Befragten gab an, unter permanent steigenden Anforderungen zu leiden und die täglichen Aufgaben nicht in de tariflichen Regelarbeitszeit bewerkstelligen zu können.

Über 40 Prozent der Arbeitnehmer erklären zudem, Überstunden nicht oder nur in begrenztem Umfang vergütet oder in Freizeit ausgeglichen zu bekommen. Die tatsächliche Arbeitszeit liegt im Durchschnitt bei 42,2 Stunden pro Woche. Bei Befragten mit Führungsverantwortung oder hoher Qualifikation sogar deutlich darüber.
Gleichzeitig ist in den letzten Jahren die Zahl der Beschäftigten, die ihre Leistungsfähigkeit mit der Einnahme verschreibungspflichtiger Medikamente steigern wollen, stark gestiegen.

Missbrauch von Medikamenten
Zu diesem Ergebnis kommt der diesjährige DAK-Gesundheitsreport, der heute vorgestellt wird. Vor allem bei chronischer Überlastung wächst auch laut der Bertelsmann-Studie die Versuchung, zu Alkohol, Nikotin oder Pillen zu greifen. Von einer gesetzlichen „Anti-Stress-Verordnung“ rät das Psychologen-Team, das die repräsentative Erhebung durchgeführt hat, jedoch ab. Im letzten Jahr hatte Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) angekündigt, ein solches Gesetzt prüfen zu lassen. „Es gibt unbestritten einen Zusammenhang zwischen Dauererreichbarkeit und der Zunahme von psychischen Erkrankungen“, sagte sie.
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin soll deshalb prüfen, ob und wie es möglich sei, Belastungsschwellen allgemeingültig und rechtssicher festzulegen.
Im Laufe dieses Jahres sollen laut Nahles erste Ergebnisse präsentiert werden. Gewerkschaften wie die IG Metall haben sich in der Vergangenheit ebenfalls wiederholt für eine solche Verordnung stark gemacht. ars